Ausstattung

Die St. Antoniuskirche ist ein sakraler Bau, der sich an die Romanik anlehnt. Sie ist eine basilikale, dreischiffige, von West nach Ost gerichtete bauliche Anlage, deren Mittelschiff die beiden Seitenschiffe überragt. Das Querschiff ist ähnlich wie in St. Jakob an die Westseite verlegt. Die Schiffe trennen je sieben viereckige Muschelkalkpfeiler, die wiederum Rundbogen verbinden. Rundbogenfenster liegen im Mauerwerk der Mittel- und Seitenschiffe.

Die von Karl Schmid entworfene Kirche hat eine Gesamtlänge von 70 m, eine Breite von 25 m, die Firsthöhe des Mittelschiffes beträgt 24 m, der Turm ist 49 m hoch.

Die Außenwand des Baukörpers ist mit Muschelkalk verblendet.

An der Rückseite der Kirche befindet sich die Empore mit der JannOrgel von 1996.


Disposition der Jann-Orgel (Op. 218) in St. Anton, Regensburg


HAUPTWERK C - g''' -  I. Manual

  1. Principal
  2. Octave
  3. Coppel
  4. Octave
  5. Holzflöte
  6. Quinte
  7. Octave
  8. Mixtur 5-6f.
  9. Kornett 5f.
10. Trompete

    16'
      8'
      8'
      4'
      4'
2 2/3'
      2'
1 1/3'
2 2/3'
      8'

C-H mit Nr. 35, Prospekt 82%
75%, Prospekt 82%
Fichte/Nussbaum
75%
Nussbaum
57%
75%
75%
57%
57%


SCHWELLWERK C - g'''' -  II. Manual

11. Bourdon
12. Geigenprinzipal
13. Doppelflöte
14. Viola
15. Vox coelestis
16. Principal
17. Nachthorn
18. Nasard
19. Traversflöte
20. Terz
21. Mixtur 5f.
22. Trompete harm.
23. Oboe
TREMULANT

    16'
      8'
      8'
      8'
      8'
      4'
      4'
2 2/3'
      2'
1 3/5'
      2'
      8'
      8'

24 Nadelholz, dann 25%
75%
Fichte/Nussbaum
75%
75% ab c
75%
25%
57%
75%
75%
75%
57%
57%


ECHOWERK C - g''' -  III. Manual

24. Rohrflöte
25. Principal
26. Flöte
27. Doublette
28. Sesquialtera
29. Vox humana
30. Chamade
TREMULANT

      8'
      4'
      4'
      2'
2 2/3'
      8'
      8'

C-H Fichte, dann 25%
75%
25%
57%
57% ab g mit 1 3/5'
57%
82%


PEDAL C - f'

31. Principalbass
32. Subbass
33. Großquinte
34. Oktavbass
35. Spitzflöte
36. Choralbass
37. Hintersatz 3f.
38. Posaune
39. Trompete

      16'
      16'
10 2/3'
        8'
        8'
        4'
  2 2/3'
      16'
        8'

C-H Transmission aus Nr. 1
Kiefer
Kiefer
57%
57%
75%
75%
Kiefer
57%


Koppeln: II/I   III/I   Sub II/I   Super II/I   Sub II/II   Super II/II    I/P    II/P   III/





Die Fresken der Antoniuskirche - eine Bibel in Bildern

Apsis und Wände der Kirche schmücken Fresken in heimischer Mineralmalerei von Georg Winkler. Die Thematik der Bilder ist dem Alten und Neuen Testament, dem Leben der Heiligen und dem des Pfarrpatrons St. Antonius entnommen.


Diese Kirche kann - nicht nur für Kinder, die noch nicht richtig lesen können - eine Bibel in Bildern sein, "gerade so wie im Mittelalter, als die meisten Menschen in Europa nicht lesen und schreiben konnten, die Mosaiken, die Skulpturen und Fresken für die Leute die einzige Bibel waren. Alles Wesentliche, was den Glauben einer Christin, eines Christen ausmacht, findet sich in den Bildern dieser Kirche."

"Hier auf der rechten, auf der langen Wand sehen wir die drei großen Wegmarken des Lebens Jesu, Geburt, Karfreitag, Auferstehung. Hoch interessant, dass der Künstler - er hieß Georg Winkler - in alle drei Szenen auf gleiche Weise das Kreuz eingezeichnet hat: schon die Krippe steht gleichsam in seinem Schatten und auch der Glanz und Sieg von Ostern überblendet es nicht. Gott selbst lässt sich von Leid und Tod berühren, darum wird er Mensch - und beides wird nicht vergessen, sondern mit hinein genommen in das ewige Osterfest."

"Die Frage von Leid und Tod und dahinter noch mehr die Frage nach dem Bösen hat die Menschen damals, als diese Kirche gebaut und die Bilder gemalt wurden, tief bewegt. Es war in den Jahren von 1924-1929, also in der kurzen Epoche zwischen dem ersten und dem zweiten Weltkrieg, den beiden größten Katastrophen Europas in der jüngeren Vergangenheit. Und deshalb wird auf der gegenüber liegenden Seite die gesamte Wand von einem einzigen Thema beherrscht: dem Gericht Gottes, wie es in der Offenbarung des Johannes geschildert wird. Gut und böse sind nicht gleichgültig, sagt das Bild mit den Gerichtsszenen hier vorne - Bilder, vor denen ich mich manchmal als Kind fast gefürchtet habe. Aber zugleich zeigt es uns, dass ganz, ganz viele Menschen durch das Tor des Himmels treten dürfen: Das ewige Leben ist nicht Sache von Wenigen: Eine große Zahl, die niemand zählen kann, wird ans Ziel kommen. Im Glauben dürfen wir hoffen, dass wir auch dabei sind. Und ganz wichtig: Auch die Toten sind nicht vergessen."

"Darum hat der Maler in sein Bild auch die damals jüngsten Opfer der Geschichte hinein gemalt: die gefallenen Soldaten des Ersten Weltkriegs. Das ist es, was wir heute in den theologischen Diskussionen 'Inkulturation' nennen: dass die Überlieferung des Glaubens in Gestalten von heute übersetzt wird, und so das Damals und Jetzt und das Künftige zu einer Einheit in Gott zusammengeschlossen werden."

"Hier vorne, am Bogen zwischen dem Kirchenschiff und dem Presbyterium, dem Altarraum, hat der Künstler das Thema "Himmlisches Jerusalem" aufgenommen und uns gleichsam als Ziel vor Augen gestellt. Dieses neue Jerusalem besteht im Grunde aus lauter Heiligen: Päpste und Bischöfe, Ordensleute und Laien, Männer und Frauen. Sie alle sind Jesus nachgefolgt und haben ihr Leben dadurch vor Gott gültig gemacht. Und wenn sie so vor uns stehen, sind sie so etwas wie eine Einladung in Fleisch und Blut, die uns sagt: Kommt doch auch mit!"

"Die beiden Seitenwände im Presbyterium dann verweisen auf das, was uns schon eine erste Vorahnung des neuen Jerusalem schenken will, die Feier der Eucharistie als Quelle und Mittelpunkt der Gemeinschaft der Erlösten. Der Künstler hat dazu das damals einzige Hochgebet der Messe, den heutigen Ersten Kanon, gemalt,..."

"... auf der einen Seite die Vorausbilder der Hingabe Jesu aus dem Alten Testament: die Gaben des gerechten Abel, das Opfer unseres Vaters Abraham, das reine Opfer des Hohenpriesters Melchisedech, wie es im Text des Messbuchs bis heute heißt."

"Genau gegenüber dann die Vertiefung all dieser Szenen und Gesten im Abendmahl, gemalt ganz im Stil der Liturgie der Zeit, da das Bild entstand: der sorgfältig gedeckte Tisch, Jesus im Messgewand, und die Jünger empfangen kniend die Kommunion - Inkulturation pur."

"Und dann natürlich der Fluchtpunkt, auf den alles zuläuft und von dem her sich alles andere erst eigentlich versteht: In der Apsis, überlebensgroß, nicht der Richter, nicht der Herrscher, nicht der Triumphator, sondern der Christus Immanuel - der Gott mit uns: die Hände weit geöffnet versinnbilden die Worte, die darunter stehen: Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid: Ich will euch erquicken! In der Schöpfungsgeschichte des Alten Testaments ist das Ende und die Krone der Schöpfung - der Sabbat: Tag des Ausruhens und Zeit des Festes. Mit diesem Wort da oben, einer Einladung, macht Jesus in Person sich zum Sabbat für uns: In ihm finden wir, was wir und alle Geschöpfe ersehnen und suchen.

Das ist die Botschaft dieser steinernen Bibel aus Bildern.

Im Querschiff hinten kommen noch Szenen aus dem Leben des Heiligen Antonius von Padua hinzu, des Patrons dieser Kirche":

Der Heilige Antonius verteilt Brot an die Armen. Aber er begnügt sich nicht damit, den Armen nur das irdische Brot zu schenken.

Er verkündet ihnen auch das Brot des Wortes Gottes ...

... und bringt ihnen die Eucharistie, in der Jesus Christus wahrhaft gegenwärtig ist.

Denn in seinem Leben ist ER im Mittelpunkt: Jesus.

All diese Bilder "zeigen, wie der Heilige Antonius die Einladung des Herrn für sich verstanden und sein persönliches Leben gleichsam zum Bilderbuch des Evangeliums gemacht hat.

Und jede und jeder von uns ist eingeladen, eben dies an dem Ort und der Situation zu tun, wo sie oder er das Leben heute zu bestehen haben: hier in Regensburg, in Münster oder in Tamale. Es ist der eine Herr, der alle ruft. Und wir sind über alle Grenzen der Sprachen und der Kultur hinweg geistliche Geschwister, die gemeinsam dankbar sind für das, was ihnen der Herr versprochen hat."

(Alle Zitate sind entnommen der Predigt von Prof. Dr. Klaus Müller, Münster, gehalten anlässlich seines Besuchs mit Theologen und Studenten aus Tamale, Ghana, in Regensburg am 1. Juli 2007)


(Fotos: Heinz Vogl und Jürgen Kemmerer)

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